Dienstag, 21. Juni 2011

Infoveranstaltung zum Thema Fluglärm


Frankfurter Berg, 20. Juni 2011
Einfache Lösungen gegen Fluglärm gibt es nicht. Das ist die Quintessenz der Informationsveranstaltung, zu der der Ortsbeirat 10 die Bürger im Ortsbezirk am 20. Juni eingeladen hatte. Besonders aus den Stadtteilen Frankfurter Berg und Berkersheim waren Beschwerden nach der Verlegung der bisherigen Flugrouten im März 2011 laut geworden. Anwohner beklagen, dass mehr Flugzeuge in niedrigerer Flughöhe über ihre Häuser fliegen. Wie ernst die Vertreter der CDU Frankfurt Nord-Ost die Bedenken der Bürger nehmen, war daran abzulesen, dass die CDU-Fraktion im Ortsbeirat 10 vollständig in der Versammlung vertreten war. In einer, trotz des emotional bewegenden Themas, sehr sachlichen Atmosphäre, informierte Christa Michel vom Umweltamt Frankfurt die Teilnehmer in der vollbesetzten Turnhalle der Albert-Schweitzer-Schule über die bisherigen und die neuen Flugrouten, die zulässigen Flughöhen, die Flugkorridore und die Nachtflugregelungen sowie über die von der Windrichtung abhängigen beiden Gegenanflugrouten. Günter Lanz, Geschäftsführer des Umwelt- und Nachbarschaftshauses, das vom forum flughafen & region getragen wird, ergänzte den Vortrag um weitere wichtige Details und legte Auswertungen von Statistiken der Deutschen Flugsicherung (DFS) vor, die belegen, dass es gegenüber dem Flugbetrieb vor dem 10. März 2011 im Frankfurter Nordosten keine messbaren Veränderungen in der Flughöhe gibt. Tatsache ist aber, dass der Flugverkehr mit Öffnung der neuen Landebahn Nord im Oktober 2011 zunehmen wird. Bis 2020 wird eine Steigerung des Luftverkehrsaufkommens um über 50 % auf mehr als 700.000 Starts und Landungen im Jahr erwartet.
Im Anschluss an die Beiträge der Experten erteilte Ortsvorsteher Robert Lange den Bürgern das Wort, die über ihre Beschwerden hinaus zahlreiche Vorschläge machten, wie sich der Fluglärm ihrer Ansicht nach reduzieren lasse. Doch allen Anregungen wie etwa der Verschiebung der Flugrouten noch weiter nördlich in weniger dicht besiedelte Regionen oder einen steileren Anflugwinkel musste Günter Lanz eine Absage erteilen. Rechtliche oder technische Gründe wie vorgeschriebene Sicherheitsabstände stehen dem entgegen. Über geeignete Flugrouten entscheidet die DFS in Zusammenarbeit mit dem Luftfahrtbundesamt und den zuständigen Ministerien nach strengen Kriterien und Vorgaben der ICAO (International Civil Aviation Organization). Eine Bürgerbeteiligung ist, anders als in Planfeststellungsverfahren beispielsweise bei Straßenbauvorhaben, nicht vorgesehen. Die Stadt Frankfurt kann ihre Bedenken jedoch über das forum flughafen & region und die Lärmschutzkomission einbringen. Klaus Wichert, Leiter des Umweltamt Frankfurt, erläuterte, dass die Stadt Frankfurt derzeit eine Klage gegen die ab Oktober 2011 vorgesehenen 17 Nachtflüge führt und darüber hinaus prüfen lässt, ob die Mindestflughöhe über Frankfurter Stadtgebiet von 4000 Fuss (1200 m) auf 8000 Fuss (2400 m) angehoben werden kann. Den Bürgern vor Ort sicherte Wichert zu, im Bereich Frankfurter Berg eine Lärmmessstelle einzurichten. Nach einem geeigneten Standort, der möglichst von anderen Lärmquellen frei sein sollte und über einen Stromanschluss verfügen muss, wird gesucht.
Der Ortsbeirat 10 wird sich, so Ortsvorsteher Lange, ebenfalls weiter für die Interessen der Bürger einsetzen und alle Bestrebungen, den Fluglärm im Frankfurter Nordosten zu vermindern, unterstützen.

Informationen unter www.umweltamt.stadt-frankfurt.de, dort ist auch die Präsentation vom 20. Juni 2011 eingestellt
und unter www.umwelthaus.org

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