Dienstag, 5. Februar 2019

Fehlende Entscheidungen verzögern den Baufortschritt beim Ausbau der Linie S6


4. Februar 2019. Die Bürger im Ortsbezirk 10, insbesondere die Bewohner von Berkersheim und dem Frankfurter Berg, sind unzufrieden mit dem Ablauf der Bauarbeiten für den Gleisausbau der Linie S 6 nach Friedberg. Schwere Lastkraftwagen fahren derzeit durch die engen Gassen von Berkersheim. Anwohner sorgen sich um die Sicherheit von Schulkindern und älteren Menschen. Antworten auf ihre zahlreichen Fragen erhofften sich Ortsvorsteher Robert Lange und Ortsbeirätin Petra Breitkreuz von der CDU-Fraktion von einem Informationsgespräch mit Projektleiter Julian Fassing von der DB Netz AG. 

Während im Bereich Ginnheim noch in diesem Jahr die neuen Gleise verlegt werden können, hinken die Bauarbeiten im Bereich Berkersheim und Frankfurter Berg dem Zeitplan hinterher. Derzeit werden Dammsicherungsmaßnahmen zur Stabilisierung des Bahndamms zwischen den Stationen Frankfurter Berg und Berkersheim vorgenommen und der bestehende Damm mit Kies und Schotter verdichtet. 
In einem zweiten Schritt können dann Anker zur weiteren Stabilisierung eingebracht werden. Aushub und neues Material werden mit bis zu 200 Lastkraftwagen am Tag abtransportiert bzw. angeliefert. Die Laster nehmen den Weg über die Homburger Landstraße bzw. über Berkersheim zur Sammelstelle im Osthafen. Entlastung könnten eine Auf- und Abfahrt zur B3 im Bereich Bad Vilbel bringen, doch dafür müssen aufwendige Bodenerkundungen und Standsicherheitsmaßnahmen im Bereich der B 3 durchgeführt werden. Ferner plant Hessen mobil die Ertüchtigung der bestehenden Omegabrücke am Frankfurter Berg. Bisher können nur leere LKW die Brücke nutzen. 
Eine Zunahme der Transporte steht erst noch bevor, wenn ab etwa Jahresmitte die Erdtransporte für den neuen Damm beginnen. 

Die von den Bürgern in Harheim und Berkersheim gewünschte barrierefreie Ersatzbrücke für Fußgänger und Radfahrer im Bereich der S-Bahnstation Berkersheim könnte nach Ansicht von Fassing bereits gebaut sein. Doch es fehle seit drei Jahren an einer konkreten Zusage der Stadt Frankfurt zur Übernahme der Mehrkosten gegenüber den von der Bahn vorgeschlagenen Brückenentwürfen. 
„Wer Barrierefreiheit fordert, muss sie auch bezahlen“, so der Projektleiter der DB Netz AG. Auch wie die dauerhafte Brückenlösung aussehen soll, darüber sei mit der Stadt Frankfurt noch keine Einigung erzielt worden. Eine Ersatzbrücke für die bisherige Holzkonstruktion, die abgerissen werden muss, könne innerhalb von 3 Monaten gebaut werden. Um in dieser Zeit eine Querungsmöglichkeit für Fußgänger und Radfahrer zu schaffen, muss eine zweite vorübergehende Ersatzbrücke weiter westlich gebaut werden. 
Die Fahrgäste werden in dieser Zeit entlang der Baustelle zur S-Bahnstation geleitet. 

Einen Lichtblick sieht Ortsvorsteher Lange in einem gemeinsamen Antrag von CDU, SPD und Grünen für eine barrierefreie Brücke für Fußgänger und Radfahrer, über den das Stadtparlament in Kürze befinden wird. 
Für eine zweite Brücke am Frankfurter Berg steht eine Finanzierungszusage der Stadt Frankfurt ebenfalls noch aus. Noch in dieser Woche sollen Rodungsmaßnahmen zwischen der Niddabrücke und der Berkersheimer Bahnstraße beginnen, um Platz für Ausweichbuchten für den Baustellenverkehr zu schaffen. 

Erfreulich ist die Zusage der DB Netz AG, dass die Festveranstaltung des Reit- und Fahrvereins am 1. Mai und die Berkersheimer Kerb im Bauablauf berücksichtigt wurden und wie gewohnt stattfinden können. 
Die DB Netz AG bittet die Anwohner insbesondere Probleme mit dem Baustellenverkehr zu melden und sich die Kennzeichen der Fahrzeuge zu notieren. Ansprechpartner stehen über das Bürgertelefon 0160 974 64 165 von 9 bis 17 Uhr und per E-Mail info-s6@deutschebahn.com zur Verfügung. Informationen zu allen Baumaßnahmen bietet die Projektwebsite www.s6-frankfurt-friedberg.de.
Petra Breitkreuz, stv. Fraktionsvorsitzende